Weißt Du noch, wie das war als Kind, wenn Du mal so richtig wütend warst?

Wie Du mit dem Fuss aufgestampft bist, „Nein“ geschrien hast, wie du vielleicht laut geheult hast, was auf den Boden geworfen hast und darauf herumgetrampelt bist …. spürst du diese Kraft, die ansteigt, die dich elektrisiert, die so machtvoll ist?

Wie hast Du Dich da gefühlt? Und wie war die Reaktion Deiner Umwelt darauf?

Wurdest Du gesehen – mit Deinem Gefühl?

Wurde deine Wut geachtet, wertgeschätzt und wurde Dir zugestanden, Dich so auszudrücken? Oder wurde sie verurteilt, du solltest dich zurücknehmen, niemanden „auf die Füsse treten“, dich mässigen – solltest Deine „Wut im Zaum halten“? Solltest Du Dich zügeln, die Wut deckeln, wegpacken – war Deine Wut gar zu viel?

Wir Menschen empfinden Wut gleichermaßen wie Angst, Trauer, Freude und Lust. Nur: Angst, Trauer, Freude und sogar Lust zu zeigen ist gesellschaftlich akzeptiert – wenn allerdings jemand ganz offen seine Wut zeigt, dann wird das nicht so gern gesehen.

„Wut“ ist bedrohlich – sie macht uns Angst.

Unsere Erziehung, unsere gesellschaftlichen Normen, unsere Glaubenssätze und unsere Vorbilder sorgen dafür, dass wir unsere Wut unterdrücken, deckeln, zurückhalten oder sogar vermeiden … und am besten noch nicht mal fühlen.

Wir haben gelernt, Wut nicht zu zeigen – vielmehr noch: Wer wütend ist, hat ein Problem.

Die Folge davon ist aber, dass die Wut in Dir nicht weniger wird – im Gegenteil:

Du hast  die Wut im Bauch, sie liegt Dir schwer im Magen, sie breitet sich in Dir aus – sie nagt an Dir, sie vergiftet Dich und im ungünstigsten Fall bricht sie aus Dir heraus in Situationen, in denen Du – weil sie so lange gedeckelt wurde – total überzogen reagierst; Du schreist, Du spukst Gift und Galle, bist gemein, tobst, wirfst Worte, Dinge und manchmal Fäuste um Dich – die Wutenergie bricht hervor und macht sich Luft.

Dann hast Du es mit der unkontrollierten, zerstörerischen, trotzigen, blinden, ego-gesteuerten Wut – der angreiferischen Aggression – dem ungebändigten Zorn, der destruktiv um sich „wütet“.

„Die meisten von uns verwechseln Wut mit Aggression, …. Aber Wut, in ihrer reinen Form, ist eine verletzliche Emotion. Sie ist eine Art zu zeigen, dass einem etwas wichtig ist und dies energetisch zu betonen. Das ist keine Scham und keine Beschuldigung, nur Feuer. Es ist eine Energie, die eine Beziehung vertieft, wenn sie gut aufgenommen wird. Aggression sieht in manchen Fällen ähnlich aus wie Wut. Aber da ist keine Verletzlichkeit und sie möchte den anderen verletzen. Und wenn wir das bis zum extrem ausreizen, sind wir bei Gewalt. Die muss nicht physisch sein, sondern kann auch emotional ablaufen. Und wegen all dem hat Wut einen schlechten Ruf.“ (Robert August Masters, amerik. Therapeut)

Ohne Wut jedoch sind wir, ist unser Gefühlsleben, nicht komplett.

Wir dürfen lernen, zu erkennen, was uns diese starke Emotion sagen will. Denn viele von uns haben den direkten Zugang zu diesem Gefühl verloren – und können statt Wut oft nur Traurigkeit, wenn überhaupt, spüren.

Dabei ist Wut vor allem eins: PURE ENERGIE.

Hast Du schon mal bewusst darauf geachtet, was in Dir passiert, wenn die Wut ins Glühen kommt?

Ist da auch dieses Feuer, dieses Prickeln, diese unbändige Kraft, die sich lodernd im Bauchraum ausbreitet, die Wirbelsäule hochsteigt und unentwegt anschwillt – wie Flammen, die sich im ganzen Körper ausbreiten wollen….

Sei achtsam – schau hin – fühle: was will sie Dir sagen?

Sie kommt immer mit einer Botschaft für Dich…

…und dann nutze diese unglaubliche Power, die in Dir steckt – und zwar FÜR DICH:

Denn WUT ist pure Lebensenergie – sie treibt uns an. Wir können und sollen sie für uns nutzen, sie uns dienlich machen – und zwar im positiven Sinne von „sie gibt uns Antrieb und Umsetzungskraft“.

Wut will unser Selbst schützen – vor Verletzung, sie will eine Grenze zu setzen, uns einen Hinweis geben, dass etwas nicht stimmig ist oder uns nicht entspricht.

Wut zeigt uns, wo wir hinschauen sollten, wo wir für uns einstehen und uns wichtig nehmen dürfen – um nicht mehr ohnmächtig zuzuschauen und / oder unsere Bedürfnisse hinten an zu stellen.

Sie zeigt uns, wo wir für uns oder andere Verantwortung übernehmen, wo wir uns schützen und für unsere Ideen einstehen dürfen.

Wenn wir auf die Wut achtsam wahrnehmen, zuhören, sie zulassen und spüren, können wir sie im Moment und unverzüglich nutzen – und deutlich sagen: „Nein“ und „Stop“ – bis hier und nicht weiter. Und eben NICHT über unsere wahren Bedürfnisse hinweggehen, den inneren Wut-Stausee weiter befüllen und warten, bis der Staudamm bei unpassender Gelegenheit bricht.

Je mehr wir darauf achten, umso eindeutiger, klarer und selbstsicherer werden wir.

Je weniger wir auf sie hören, umso deutlicher wird sie sich zeigen….

Wut ist insofern rein und mutig – und kraftvoll, ein Führer. Sie zeigt sich als „heiliger Zorn“, wenn es um Gerechtigkeit oder die wirkliche Wahrheit geht. Wut ist meist nicht dafür da, um zielgerichtet jemanden zu verletzten, sie zeigt uns vielmehr unsere eigene Verletzlichkeit und wo andere unsere Grenzen überschreiten.

Und manchmal müssen wir auch unser Schwert ziehen und Köpfe rollen lassen.

Wir dürfen unsere Wut anerkennen, als heilige Kraft, sie will fließen.

Wut zeigt uns, was in uns schlummert – sie ist ein Quell von Kraft und Energie!

Wut ist heftig, Wut will gesehen und gefühlt werden – sie will ihren Zweck erfüllt sehen, damit sie wieder abflauen kann.

Ich mag meine Wut, weil ich erfahren habe, dass sie nie grundlos ist. Ich kann sie mehr und leichter zulassen, kann sie fliessen lassen – und als das sehen, was sie für mich neben dem oben Gesagten auch sein kann:

Wut ist Kreativität

Wut ist leidenschaftlich, pulsierend und rauschend

Wut ist elektrisierende Lebensenergie

Wut gibt Kraft und Klarheit

Wut ist Antriebsenergie – pure Schöpfungskraft

Wut will verändern und transformieren

Wut will fliessen, will überschäumen und sprudeln.

Diese Power kannst Du so gut für Dich nutzen!

Ich zeige Dir gerne wie!

Amira Susanne

 

(© Amira Susanne Reh, Februar 2019)

Danke an David Rotter; https://www.sein.de/wut-die-missverstandene-emotion/

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